Pax - Friedenskonzert des Renner Ensembles Regensburg

Mittwochskonzert der Bad Feilnbacher Chorwoche

Für das Mittwochskonzert der Bad Feilnbacher Chorwoche konnte der BSB das Renner Ensemble aus Regensburg gewinnen. Die 13 Sänger unter der Leitung von Dr. Hans Pritschet präsentierten in der Pfarrkirche Bad Feilnbach unter dem Titel "Pax" ein Friedenskonzert. Im Leitfaden zu diesem außergewöhnlichen Konzert schreibt das Renner Ensemble:

"Der Hilfeschrei nach Frieden steht im Mittelpunkt des Konzerts des Renner Ensembles. Gleich zu Beginn wird Gott in der gregorianischen Antiphon Dapacem, Domine um Frieden angefleht. Jósef Świder scheint in , Pax"angesichts der Greueltaten im Krieg die Friedensworte gar nicht in den Mund nehmen zu können. Nur Wortbruchstücke tauchen zunächst auf und am Ende wird das Friedenswort ,Pax“ ausgehaucht. Świder nimmt Bezug auf die weihnachtliche Verkündigung der Engel an die Hirten: ,„Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade. Der Messtext des Gloria beginnt auch mit diesen Worten, hier in einer Vertonung von Joseph Renner jun., der Regensburger Domorganist war und zugleich der Namensgeber unseres Ensembles ist. Das Agnus Dei leitet über zu Bittgesängen und Motetten, die in der Fastenzeit und im Osterfestkreis ihren liturgischen Platz haben. Ein anonymer Dichter hat die innigen Zeilen Leih aus deines Himmels Höhen zu der berühmten Hymne „,Chaste fille de Latone aus der Oper lphigenie in Tauris von Christoph Willibald Gluck geschrieben. Am Abend des Gründonnerstags feiert die Gemeinde zum Gedächtnis des Letzten Abendmahles die Eucharistie. Mancherorts nimmt dabei der Priester an Gemeindemitgliedern eine Fußwaschung vor eingedenk der gleichen Handlung von Jesus an seinen Jüngern, wie das Johannes-Evangelium berichtet. Bei diesem Ritus wird die Antiphon Ubi caritas (Vertonung von Ola Gjeilo) gesungen, deren Text vermutlich in Frankreich im 10. Jahrhundert verfasst wurde. In der Osternacht hat die Lesung aus der Genesis über die Schöpfung der Welt ihren festen Platz. Ein Lobpreis an den Schöpfer Gott ist die Vertonung des Gellert-Gedichts Die Himmel rühmen von Ludwig van Beethoven. Unzählige Komponisten und Arrangeure haben diesen ursprünglichen Sologesang mit Klavierbegleitung bearbeitet. Unser Satz stammt aus der Feder von Joseph Haas, der sein musikalisches Credo so in Worte fasste: ,„Die Musik soll erfreuen, nicht beleidigen; sie soll erschüttern, nicht zerschmettern; sie soll veredeln, nicht banalisieren. Gioacchino Rossini komponierte in seinen ,,Péchés de vieillesse", auf Deutsch ,„Sünden des Alters mehrere Stücke weltlicher und geistlicher Vokalmusik. Darin enthalten ist Preghiera, eine Anbetung des Schöpfers aus dem Erlebnis der Natur heraus, deren Textdichter unbekannt ist. Das Wessobrunner Gebet formuliert bereits ein knappes Jahrtausend früher den Dank an den Schöpfer der Welt. Es ist das älteste erhaltene christliche Gebet der deutschsprachigen Literatur überhaupt. Benannt ist es nach dem langjährigen Aufbewahrungsort der Pergament-Sammelhandschrift, dem altbairischen Kloster im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Hans Pritschet hat das Gebet in Töne gesetzt. Ungefähr zur gleichen Zeit wie das Wessobrunner Gebet entstand der Hymnus Ave maris stella, in dem die Mutter Jesu als „Meeresstern" jeder Seele im „Meer des Lebens* die Richtung weist. Der litauische Komponist Jurijus Kalcas hat diesen wunderbaren Hymnus neu vertont. Giuseppe Verdi erzielte mit seinen Laudi alla Vergine Maria bei der Pariser Uraufführung im Jahre 1898 den größten Erfolg; das Stück musste wiederholt werden. Ming-Chieh Lin hat ein außergewöhnliches Ave Maria (2007) komponiert, in dem er den Text rhythmisch prägnant mit einprägsamen Kantilenen kombiniert und harmonisch anreichert. Das ganze Jahr über wird in katholisch geprägten Gebieten die Gottesgebärerin hoch verehrt. Davon zeugen auch die vielen Wallfahrten zu Marienkirchen und -kapellen. Eine davon ist die Basilika Maria Brünnlein im schwäbischen Wemding. Christian Lahusen hat für sie sein Wemdinger Wallfahrtslied geschrietben. Am Ende des Konzerts wird der Ruf nach Frieden nochmals aufgegriffen. Johann Michael Haydn beschwört in seinem Friedenslied das friedliche Miteinander nach kriegerischen Auseinandersetzungen herauf und Ivan Moody verbindet in seiner Supplication for Peace (2002) Texte der griechisch-orthodoOxen und der russisch-orthodoxen Kirche miteinande zu einem friedlichen Gebet. Der Gospelsong Down by the Riverside ist ein Appell des Pazifismus: Der Protagonist legt Schwert und Schild als Ausdruck der Kriegsmüdigkeit nieder und gibt die Losung aus: "War no more!"